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Joachim Schröder: Die U-Boote des Kaisers - Presseschau zur 1. und 2. Auflage (in Auswahl)


Marine Forum
, 9/2003 und 4/2001: Dr. Heinrich Walle, Fregattenkapitän a.D.:

Der Autor hat hier eine strategisch-politische Geschichte des deutschen Ubootkrieges im Ersten Weltkrieg als Beispiel einer der kompliziertesten, langwierigsten und härtesten Auseinandersetzungen dargestellt, die jemals zwischen Politik und Militär ausgetragen wurden. (...) Auf solider Quellenbasis, vor allem nach den Aktenbeständen im Archiv des Auswärtigen Amtes und des Militärarchivs Freiburg, wies der Autor nach, dass mit der Errichtung 

                

der britischen Fernblockade seit Kriegsbeginn der Operationsplan der Marine, dessen Ziel das Schlagen einer entscheidenden Flottenschlacht in der Nordsee war, von vornherein obsolet geworden war. Es stellte sich jetzt heraus, dass jetzt die junge Ubootwaffe zum einzigen offensiven Seekriegspotential geworden war, mit dem der feindliche Handelsverkehr als neues Seekriegsziel bekämpft werden konnte. (...) 

Der Autor schildert überzeugend, wie der Kaiser sich mit großem persönlichen Einsatz zusammen mit Reichskanzler Bethmann Hollweg bis 1917 allen Bemühungen und Intrigen zu widersetzen verstand und erst nach dem Scheitern von Friedensangeboten und Versagen einer Kooperation durch die USA dem Druck der öffentlichen Meinung und falschen Prognosen der Marineführung nachgab und seine Zustimmung zum uneingeschränkten Ubootkrieg erteilte. (...)
Dies alles hat der Autor ausführlich und, gestützt auf solider Quellenbasis, überzeugend beschrieben und damit einen neuen Weg in der Darstellung des Seekrieges 1914-1918 beschritten, der vor allem sicherheitspolitisch interessierten Lesern in jeder Hinsicht zu empfehlen ist."


Dirk Nottelmann
, Hamburger Rundbrief, Ausgabe 2/2003 und 6/2001:

„Was für ein Werk! Der Rezensent ist begeistert - es gibt derzeit nichts vergleichbares. Dabei macht es einem der Autor (...) nicht leicht, denn viele der liebgewordenen Standardfakten der Deutschen Marinegeschichte zu dem Thema kommen auf den Prüfstand und werden mit gewichtigen Argumenten korrigiert. (...)
Zu den "Opfern" gehört auch der "Baumeister" der Flotte (gemeint ist Großadmiral Tirpitz), dem nach Kriegsende nur noch eine tragische Rolle zugebilligt wird. Mag diese vielleicht auch in Nuancen überzeichnet sein, so überwiegt doch die kritische Sicht, insbesondere, wenn sie dermaßen fundiert verteidigt wird. (...) 
Da ist (...) die Schilderung der Person des Kaisers: Dessen spätestens seit Röhl nur zu bekannten und analysierten Schwächen in der Wahrnehmung der Realität, finden kaum Eingang in die Arbeit; er wird vielmehr im Vollbesitz seiner Kräfte geschildert. (...) 
Ein vergleichbares Buch hat es bisher noch nicht gegeben! Dazu trägt nicht zuletzt auch die Ausgewogenheit seiner Darstellung bei, welche auf keiner Seite Verfehlungen beschönigt, sondern beim Namen nennt. (...) Die Verbreitung des Buches kann überhaupt nicht weit genug gehen; jeder geschichtlich Interessierte sollte es lesen! (...)   

Es steht zu hoffen, dass - bei den bekannt guten Kontakten des Verlages in den angelsächsischen Raum - eine englischsprachige Ausgabe realisiert werden kann. Ist doch dem überwiegenden Anteil themenspezifischer Literatur aus jenem Sprachraum die völlige Unkenntnis deutschen Aktenmaterials zu bescheinigen. Das ist ja gerade das Verdienst des vorliegenden Buches, endlich eine moderne Bewertung des deutschen U-Bootskrieges im Ersten Weltkrieg, abseits der tendenziellen Veröffentlichungen der 20er und 30er Jahre, vorzulegen. 
Bei dem Buch handelt es sich ohne Frage (...) um das Standardwerk zum politischen Teil des deutschen U-Bootskrieges im Ersten Weltkrieg. Mehr Anreiz zum Kauf braucht wohl - hoffentlich - nicht gegeben werden." 

 

Astrid Mannes, criticón, Ausgabe 177, Frühjahr 2003:

„Schröder zeichnet überraschenderweise ein völlig neues Bild des Kaisers, der auch als faktischer Inhaber der Marinekommandogewalt auftritt, unterstützt von seinem Kanzler. (...)
Die Stärke des Autors sind seine klaren Aussagen und Urteile. Neben der Person des Kaisers betrifft dies bekannte Marineführer wie die Admirale Scheer und Tirpitz. Letzterem weist Schröder Täuschungen, Lügen und Geheimnisverrat nach.
Alles in allem ein Buch mit Überraschungen und Neubewertungen. Insbesondere die Beschäftigung mit der Rolle des Kaisers hat durch dieses Buch einen neuen Anstoß erhalten."

Die Bundeswehr,  
Ausgabe 2/2003
:

„Feuertaufe für ein neues Waffensystem:
(...) Auf der Grundlage neu erschlossener Archivmaterialien, v. a. aus dem Auswärtigen Amt und dem kaiserlichen Hauptquartier, zeichnet das Buch ein neues Bild des Kaisers, der entgegen der landläufigen Meinung kein willenloses Werkzeug der Militärführer war, sondern den Seekrieg maßgeblich bestimmte. Weitere Fehlinterpretationen und Mythenbildungen, die mit dem U-Boot-Krieg verknüpft sind, werden hier grundlegend korrigiert."         

















Dr. habil. Sönke Neitzel, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, in: Sehepunkte 4 (2004), Nr. 7/8 (15.7.2004), Redaktion der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte:

„Der U-Boot-Krieg ist auf Grund seiner großen außenpolitischen Bedeutung während des Ersten Weltkrieges Gegenstand zahlreicher Abhandlungen geworden. Viele Teilbereiche und Einzelaspekte sind mittlerweile hinreichend aufgearbeitet - eine zusammenfassende Studie, welche die politische und strategisch-operative Ebene des U-Boot-Krieges miteinander verknüpft, lag bislang nicht vor. Schröder hat in seiner Dortmunder Dissertation diese Lücke geschlossen. (...)
Die Darstellung vermag summa summarum voll zu überzeugen. Schröder hat zweifellos das Standardwerk zum Thema vorgelegt. Besonders erfreulich ist der reichhaltige Anhang mit einer Vielzahl nützlicher Tabellen und Dokumente. Es bleibt zu hoffen, dass auf der Grundlage von Schröders Ergebnissen weiterführende Studien entstehen." 


Martin Pestalozzi, Allgemeine Schweizer Militärzeitschrift, Ausgabe 5/2003:


Überlegungen des Seerechts bilden den Hintergrund der damaligen erbitterten Auseinandersetzungen unter deutschen Marineoffizieren um die Frage des Krieges nach Prisenordnung oder nach uneingeschränktem U-Boot-Krieg. Und beklemmend der Kampf des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg, als der Kaiser seine Haltung änderte. Pikant zudem, dass etliche U-Boot-Kommandanten den Feind lieber mit der Kanone als mit den raren Torpedos bekämpften. Und bekannt die resignierende Feststellung, dass die britische Marine beim Einsatz ihrer U-Boote viel weniger von Skrupeln geplagt wurde."


Österreich Maritim, Ausgabe Juni 2003:

„Dieses Buch bringt die politischen Hintergründe des Handelskrieges mit Unterseebooten im Ersten Weltkrieg in gut lesbarer Form. Der Autor bringt eine Vielzahl neuer Erkenntnisse und beweist anhand der Akten, dass das Bild des Unterseebootkrieges, wie es von der Nachkriegsliteratur gezeichnet wurde, wesentliche politische und militärische Vorgaben, teils wahrscheinlich bewusst, vernachlässigte.
Empfehlenswert!"